Mitarbeitermotivation - Prepaid/Kreditkarten als neue „Währung“

23.02.2018

Gewährt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung, stehen die Beträge, die der Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt bekommt und die Beträge, die der Arbeitgeber dafür aufwenden muss, in einem unausgewogenen Verhältnis. Attraktiv für beide Seiten sind die lohnsteuer- und sozial-versicherungsfreien Gehaltsbestandteile. Spätestens seit der Lockerung der Formvorschriften sind die Waren- oder Tankgutscheine in Höhe von monatlich € 44,00, inklusive Umsatzsteuer, weit verbreitet. Neben der Möglichkeit, ein betriebliches Mobiltelefon ohne Betragsbegrenzung lohnsteuer- und sozial-versicherungsfrei dem Mitarbeiter für seine private Nutzung zur Verfügung zu stellen, kann der Arbeit-geber beispielsweise auch die Prepaidkarten der privaten Mobiltelefone lohnsteuer- und sozialversiche-rungsfrei in Höhe von € 44,00 monatlich aufladen, sofern das Guthaben nicht bar ausgezahlt werden kann.

Bekommt der Mitarbeiter zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn eine gesonderte Gratifikation, kann ihm diese in Form einer besonderen „Kreditkarte“ in Höhe von max. € 10.000,00/Jahr zugewandt werden. Darauf hat der Arbeitgeber die pauschale Lohnsteuer nach § 37b EStG, d. h. 30 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und pauschaler Kirchensteuer, zu entrichten. Zusätzlich fallen Sozialver-sicherungsbeiträge an, sofern der Mitarbeiter die Beitragsbemessungsgrenzen nicht überschreitet. Voraussetzung ist, dass die Kreditkarte keine Barabhebungen, Überziehungen, Kauf von Fremdwäh-rungen und Überweisungen zulässt. Mit dieser Karte darf der Mitarbeiter Waren unterschiedlichster Art, z. B. Reisen, etc. erwerben. Aufgrund der pauschalen Lohnsteuer und der Sozialversicherungspflicht ist diese Form der „Sonderzahlung“ vorwiegend für Mitarbeiter interessant, deren Lohnsteuer sich im Spitzensteuersatz bewegt. Bezüglich der anfallenden Kreditkartengebühren und Nebenkosten besteht derzeit Rechtsunsicherheit, ob diese in die Höchstbeträge (€ 44,00 oder € 10.000,00) einzubeziehen sind. Es ist ratsam, diese nicht in Gänze auszureizen.

 

Employee motivation - prepaid/credit cards as new „currency“

If the employer grants a salary increase to his employee, the amount which the employee actually receives and the amount that the employer must afford are in an unbalanced ratio. For both sides the wage-tax and social insurance free salary components are attractive. At least since the loosening of the formal requirements, the goods or fuel vouchers in the amount of € 44.00 (including VAT) are widely used. Next to the possibility to provide an operating mobile phone without amount limitation wage-tax and social insurance free to the employee for his private use, the employer can, for example, charge the prepaid cards of private mobile phones wage-tax and social insurance free amounting to € 44.00 per month, if the credit cannot be paid out in cash.

If the employee receives a separate bonus in addition to the wages owed anyway, he or she may receive this in the form of a special “credit card” of max. € 10,000.00 per year. Then, the employer has to pay flat-rate income tax in accordance with Section 37b of the German Income Tax Act, meaning 30% plus solidarity surcharge and lump-sum church tax. In addition, social security contributions are payable if the employee does not exceed the contribution assessment limits. The only conditions are that the credit card does not allow cash withdrawals, overdrafts, foreign currency purchases and bank transfers. By using this card, the employee may purchase various goods, such as journeys. Due to the lump-sum payroll tax and the social insurance obligation, this form of "special payment" is primarily of potential interest to employees whose wage-tax is in the maximum tax rate. With regard to the credit card fees and incidental costs, there is currently legal uncertainty whether these maximum amounts are to be included (€ 44.00 or € 10,000.00). Therefore it is advisable not to exhaust these amounts completely.

 

Karen Kurp, Steuerberaterin